Samstag, 26. September 2009

Video

Weil ich sonst nichts zu tun habe, habe ich unten ein paar Fotos ergänzt. Ich wollte die damals schon in Buchara hochladen, aber da hats nicht funktioniert.

Hier noch ein Link zu einem weiteren Video aus dem Iran

Freitag, 25. September 2009

Reiseunterbrechung

Manche Dinge kommen unverhofft: Nierenkolik - Nierenstein. Weil die Behandlungsmethoden in Usbekistan nicht unserem medizinischen Standard entsprechen habe ich mich entschlossen zur Behandlung nach Hause zu fliegen. Es ist aber nicht aus - ich fliege wieder zurück nach Usbekistan und dann gehts weiter.

Die letzte Woche haben wir viel mit organisatorischen Dingen verbracht. Zum einen habe ich mehrmals die Internationale Klinik in Tashkent besuchen müssen, wobei ich mich fuer die schnelle und nette Betreuung dort bedanken muss. Schwierig erwies sich aber das zollrechtliche Problem: der VW-Bus ist vorübergehend eingeführt und ich muss das Land wieder mit diesem verlassen. Nierensteine und medizinische Notfaelle sind beim usbekischen Zoll nicht vorgesehen und so wurde meine Ausreise zum Spiessroutenlauf. Ein halber Tag Telefonate und ein weiterer halber Tag beim Zollamt Samarkand brachten aber dann doch das gewuenschte Ergebnis: ich kriege einen handschriftlichen Fünfzeiler des Zollamtes und darf ohne Auto ausreisen - muss aber bis 5.Oktober wieder mit dem Auto aus Usbekistan ausgereist sein. Nicht besonders praktisch, aber das funktioniert hoffentlich irgendwie. Dafür ist das Auto sicher am abgesperrten Zollamtsparkplatz in Samarkand (natürlich kostenpflichtig) abgestellt. Jedenfalls haben sich zahlreiche sogenannte "Spezialisten" mit meinem Problem befasst. Soviel zu dem Thema. Ich warte jetzt am Flughafen Istanbul auf meinen Flug nach Wien.

Was war sonst noch:

Wir haben einige Tage in Buchara verbracht. Meiner Meinung nach die schönste der drei berühmten Staedte (Buchara, Samarkand, Khiva) Usbekistans (wobei Buchara und Samarkand kulturell, ethnisch und sprachlich nicht usbekisch, sondern tadschikisch sind - damit gehören sie hauptsaechlich der persischen und nicht der türkischen Kultur an). Eine Altstadt wie man sie sich im Maerchen vorstellt. Seit meiner letzten Reise 2001 hat sich auch einiges positiv veraendert, die Altstadt zeigt sich jetzt zur Gaenze renoviert. Weil die Internetverbindung in Usbekistan jedes Mal so extrem langsam war habe ich keine Lust gehabt einige Fotos hochzuladen.

Ein kleines Problem ergab sich auch noch mit unserem Auto. Aus irgendeinem Grund bestand ein Defekt bei der Ölablassschraube. Am Parkplatz rinnt Öl aus. Für uns von Vorteil ist, dass sich daran in diesen Laendern kaum jemand stört, geschweige denn sich darüber wundert. Ein Mechaniker kann das Problem jedenfalls schnell lösen. Er kannte überraschenderweise den Motortyp, ja sogar die Konstruktion mit dem Ölkühler war ihm bekannt! T3 Busse gibt es ja kaum in Usbekistan. Er gratuliert uns noch, dass wir es bis Usbekistan geschafft haben ohne den Motor durch Überhitzung zu zerstören. Er erzaehlt mir, dass die JX-Motoren das staendige Fahren in der Hitze der usbekischen Wüste nicht besonders mögen. Ich versichere ihm, dass wir eh gut auf die Waerme aufpassen.

Eine weitere organisatorische Sache war die Weiterreise. Von Buchara aus fahren wir zuerst mit dem Zug nach Tashkent - wir wollen auf die chinesische Botschaft unser Visum zu beantragen. Am naechsten Tag in der früh das ernüchternde Ergebnis: so einfach kommt man da nicht in das Gebaeude - es gibt Listen, in die man sich eintragen muss und dann ruft jeden Tag jemand von der Botschaft ein paar Namen auf und die duerfen dann hinein. Manche Leute stehen schon seit Wochen jeden Tag vor der Botschaft.......

Meine Erfahrung sagt mir: hier braucht man zwei Dinge, einen Helfer und Geld. Wir wenden uns an ein Reisebuero und jetzt geht das so: es gibt da einen Superüberdrüberexpresstarif, das sind 180,- Dollar - das ist aergerlich, aber es funktioniert. Wir bekommen ein chinesisches Visum am selben Tag und das ohne Visumantrag und ohne ein Foto! Pass und 180,- Dollar - das genügt fürs Visum.

Von Buchara aus fahren wir mit dem Auto nach Samarkand. Ernüchternd sind die Dieselpreise: nach 1 Cent im Iran, 20 Cent in Turkmenistan, erscheinen uns die 50 Cent in Usbekistan wie Wucher! ;-) Dafür sind die Strassen in Usbekistan besser als in Turkmenistan, aber trotzdem nicht wirklich gut. Oft bestehen Strassen eher nur aus Schlagloechern oder es fehlen Kanaldeckel oder sonst irgendwas. Ein gewaltiger Abstieg gegenüber den iranischen Luxusstrassen mit Notrufsaeulen und medizinischer Grundversorgung.

Wegweiser sind normalerweise nicht vorhanden oder geben nur irgendwann einmal eine Richtung an. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen: aus unerfindlichen Gruenden steht naemlich an der Tashkenter Stadtausfahrt plötzlich ein Wegweiser nach Karachi! Ja richtig - Karachi im Sueden Pakistans.... sogar mit Wegbeschreibung (-Samarkand-Termez-Kabul-Peshawar-Karachi) - das war der sinnloseste Wegweiser, den ich je gesehen habe. Waere interessant was sich die Beamten von der Strassenverwaltung (sicherlich alle "Spezialisten") dabei gedacht haben - ich vermute es gab da zufaellig ein Schild wo Karachi draufsteht und sie wollten es irgendwo aufstellen.

Apropos Afghanistan: wir hören positive Berichte über Reisen nach Nordafghanistan sowohl von Einheimischen als auch einmal aus erster Hand. Mazar i Sharif waere ja nur 10km von der usbekischen Grenze entfernt und daher grundsaetzlich als Tagesausflug möglich. Auch in Mashad haben wir gehört, dass die Route Mashad-Herat-Mazar i Sharif-Usbekistan bereisbar ist. Wie wir in Buchara gehört haben sind einige Fahrradfahrer diese Route bereits gefahren. Zwischenfaelle oder Probleme mit Reisenden gab es keine, vielmehr waren alle von der Gastfreundschaft begeistert. Fuer uns derzeit noch keine Option, aber es ist zu hoffen, dass zumindest Teile Afghanistans in einiger Zeit doch wieder bereisbar werden.

In Samarkand sehen wir uns die Hauptsehenswuerdigkeiten an. Unglaublich beeindruckend, nur gibt es leider keine geschlossene Altstadt. Deswegen hat Buchara meiner Meinung nach mehr Flair.

Sonntag, 13. September 2009

Nach einem schönen Tag in Buchara lade ich wieder ein paar Fotos hoch



Kreisverkehr in Mashad



auf der Zulassungsbehörde in Mashad, man sieht im Hintergrund, es handelt sich um Schalter 3 ;-)



auf dem Weg durch die Wüste








in der Oase Garmeh, der Bauer hat uns einen Acker zum Camping zur Verfuegung gestellt




Tankstopp im Iran. Weil Diesel praktisch nichts kostet wird beim Tanken einiges verschuettet



im Zentrum von Yazd



Wueste, Wueste, Wueste....



in Yazd



Oelwechsel in Mashad



Wir verlassen Mashad



auf dem Weg durch die Karakumwueste in Turkmenistan



ebenso Karakumwueste



festgefahren im Sand



wir erhalten Hilfe, aber unser Helfer steckt ebenso fest



wir werden beide herausgezogen


Hier ein kurzes Video eines Kreisverkehrs in Mashad, aufgenommen von einer Bruecke


http://www.youtube.com/watch?v=xTq1pfiUPw8

Samstag, 12. September 2009

Mit Verzoegerung in Usbekistan

Die Abreise nach Turkmenistan hat sich um einen Tag verzoegert - wir haben ein Problem mit der iranischen Polizei. Weil ich das Auto bloederweise an einem Feiertag in der Naehe des heiligen Schreins in Mashad geparkt habe und gleichzeitig eine Bombendrohung war, wurde unser Bus beschlagnahmt. Angeblich sind extra Spezialisten aus Teheran da gewesen, die den gesamten Bus durchsucht haben, merkwuerdigerweise aber nicht den Kofferraum. Den Bus haben wir relativ schnell wieder gehabt, das Problem war ganz ein anderes: die vordere Nummerntafel war nicht mehr auffindbar. Es hat einen ganzen Tag gedauert, bis diese aufgetaucht ist. Danke an Ali aus Mashad! Er und seine Familie haben uns den ganzen Tag unterstuetzt und schlussendlich unsere Nummerntafel aufgetrieben. Weil es ihnen so peinlich war, dass uns so etwas im Iran passiert haben sie uns zum Essen eingeladen und uns ein Appartment fuer die weitere Nacht kostenlos zur Verfuegung gestellt. Sie wollten nicht einmal Geld fuer die Auslagen, die sie wegen uns gehabt haben.

Am naechsten Tag fahren wir weiter nach Turkmenistan. Wir sind einerseits irgendwie auch froh wieder in Laender zu fahren, in denen es keine Bekleidungsvorschriften gibt, andererseits haben wir beide noch nie ein Land erlebt, in dem es so viel ehrliche und selbstlose Gastfreundschaft gibt wie im Iran. Auch der sonst uebliche Touristennepp findet im Iran praktisch nicht statt. Wir haben nur ein einziges Mal beim Taxifahren zu viel gezahlt, und das waren gerade mal drei Euro.

Die Ausreise aus dem Iran ist relativ unkompliziert, in einer Stunde ist alles erledigt. Ein Zoellner zeigt uns waehrend wir warten auf seinem Handy Fotos von anderen Sehenswuerdigkeiten im Iran, die wir seiner Meinung nach noch haetten ansehen koennen.

Wir kommen nach Turkmenistan, sofort nach der Grenztafel nimmt Carina ihr Kopftuch ab - soviel Freiheit gibt es sogar in Turkmenistan. Dann beginnt Unglaubliches - turkmenische Buerokratie. Ueberraschenderweise waren die Beamten ueberaus freundlich, der Chef persoenlich hat allen die Anweisung gegeben uns als Touristen bevorzugt zu behandeln. Tafeln zeigen, dass der turkmenische Praesident die Anweisung zur Freundlichkeit erteilt hat. Trotzdem muessen alle Huerden genommen werden und an unsinniger Umstaendlichkeit sind die Turkmenen Weltmeister. Grenzuebergaenge in Asien muss man sich anders vorstellen als bei uns - das ist im wesentlichen ein Parkplatz mit verschiedenen Gebaeuden, auf dem man eine bestimmte Anzahl an Stempeln sammeln muss. Dann darf man durch die Ausfahrt in die andere Richtung hinaus.

In Turkmenistan schaut das so aus: auf dem Parkplatz stehen drei Gebaeude, in diesen sind jeweils mehrere Zimmer, in denen wiederum mehrere nach Zufallsprinzip ausgewaehlte Leute sitzen. Jeder dieser Leute hat einen Stempel, einen Kugelschreiber und ein Buch im Querformat.
Die Aufgabe des Reisenden besteht nun darin genau 17 Stempel (ich hab nachgezaehlt!) in der genau richtigen Reihenfolge auf insgesamt acht verschiedenen Zetteln sammeln, wobei niemand der anwesenden Personen die gesamte Prozedur kennt, sondern nur den Stempel davor und danach. Turkmenistan spielt das noch in verschaerfter Variante, denn vorher weis man nicht, dass es genau 17 Stempel sind, die man benoetigt. Hat man das alles, hat man gewonnen und darf zum Ausgang.

Das sieht z.B. so aus: man geht mit dem Pass und ein paar Zetteln in ein Gebaeude zu einer Person, diese Stempelt etwas auf den Zettel und schreibt die Passdaten in ein Buch im Querformat. Dann nennt sie die naechste Station. Dort bekommt man einen weiteren Zettel und einen anderen Stempel und die Person schreibt die Passdaten in ein Buch im Querformat. Dann nennt sie die naechste Station. Die sitzt vielleicht dann genau neben der ersten Person, gibt auf den Zettel einen Stempel und schreibt die Passdaten in ein Buch im Querformat.

Ich denke dass mindestens 20 bis 30 Leute mit unserer Abfertigung beschaeftigt waren, aber nach zwei Stunden haben wir es geschafft (wir waren das einzige Auto, sonst waren nur LKW). Wir fahren ca. 15 Minuten in Turkmenistan und - wir kommen zu einer Polizeikontrollstelle, er schreibt die Passdaten etc.... diesmal hat das Buch aber offenbar versehentlich Hochformat!

Wir suchen uns einen Schlafplatz und fahren am naechsten Tag weiter. Unser Ziel Usbekistan erreichen wir nicht mehr. Als wir einen Schlafplatz suchen, das naechste Problem. Wir sitzen im Sand der Karakumwueste auf. Ein LKW-Fahrer hilft uns und versucht und herauszuziehen, dann steckt er ebenso im Sand fest. Schlussendlich faehrt ein russischer Kamaz Allrad LKW vorbei, der uns beide herauszieht.

Nach einer Nacht in Turkmenabad beeilen wir uns Turkmenistan zu verlassen, wir wollen weiter. Wiederum freundlich, aber voellig idiotisches Kasperltheater bei der turkmenischen Abfertigung. Richtig modern und angenehm ist im Vergleich dazu die usbekische Seite. Auch hier sind einige Papiere zu schreiben, das wird aber relativ flott erledigt und wir fahren weiter nach Buchara.

Dienstag, 8. September 2009

Letzter Tag im Iran

Heute sind wir den letzten Tag im Iran, am Vormittag versuchen wir daher die iranischen Nummerntafeln in Mashhad zurueckzugeben. Mit iranischer Hilfe fahren wir mit dem Stadtbus zur Polizei - dort spricht wie zu erwarten niemand irgendeine verstaendliche Sprache, lesen koennen wir auch nichts. Wir landen schlussendlich am Schalter 3, der Polizeibeamte kann aber mit den Tafeln nichts anfangen. Er meint zuerst wir muessen diese in Khoy abgeben, wir versuchen ihm zu erklaeren dass das nicht stimmen kann. Die Polizeibeamten beraten untereinander.... Schlussendlich schickt er uns mit einem Zettel woanders hin, wo wir umgerechnet ein paar Cent einzahlen muessen und einen weiteren Zettel bekommen. Wir haben schon das Gefuehl, dass niemand die Nummerntafeln zurueckhaben will, aber zurueck bei der Polizei heisst es ploetzlich 'no problem' - ich bin richtig froh als ich sehe, dass der Polizeibeamte nunmehr anfaengt zu schreiben und zu stempeln, auch wenn man den Eindruck gewinnen koennte, dass er auch nicht weiss was er tun soll. Schlussendlich nimmt er aber unsere Nummerntafeln und meinen iranischen Zulassungsschein und wir kriegen einen Zettel mit drei Stempeln vorne und einem hinten - geschafft, und das in ungefaehr einer Stunde!

Morgen fahren wir weiter nach Turkmenistan

Montag, 7. September 2009

Die Sonne glueht, der Horizont flimmert, die Raeder schmieren ueber klebrigen Asphalt - wir fahren durch die Wueste.

Wir haben uns entschieden nicht ueber die Autobahn nach Mashad zu fahren, sondern den direkten Weg ueber die neu ausgebaute desert road durch die Wueste Dasht e kavir. Gleich nach der Abfahrt in Yazd haben wir ein unerwartetes Problem: an der Tankstelle heisst es 'gazole finished today' - eigentlich wollten wir tanken und die Kanister auffuellen, den Tankstellen sind im Iran nicht sehr verbreitet. Wir beschliessen weiter zu fahren und gluecklicherweise finden wir noch rechtzeitig eine Tankstelle in der Wueste, die Diesel hat.

Der erste Tag in der Wueste ist unglaublich heiss, auch in der Nacht wird es nicht wirklich kuehl. Wir uebernachten in dem Oasendorf Garmeh. Am naechsten Tag blaest angenehmer Wind, die Temperaturen sind dann ertraeglich.

Heute sind wir in Mashhad angekommen. Mashhad ist eine der wichtigsten Pilgerstaetten fuer schiitische Moslems und derzeit ist Pilgerzeit wegen des Ramadan. In der Stadt sehen wir daher auch viele Araber, erstmals auch gaenzlich verschleierte Frauen und Frauen mit Burkas. Dafuer gibt es auch eine Menge moderne Geschaefte mit Schmuck etc.

Donnerstag, 3. September 2009

Ein paar Fotos



im Basar in Isfahan




die Imam Moschee am Imamplatz in Isfahan




ebenso am Imamplatz in Isfahan






Abendessen in einem Lokal am Imamplatz




auf dem Weg nach Yazd werden wir auf der Autobahn zum Tee eingeladen



in Yazd


Vollgetankt fahren wir nach Yazd. An der Tankstelle wollte uns der Tankwart den Diesel schenken, wir haben ihn dann aber dazu gebracht dass er uns zahlen laesst.

Waehrend der Fahrt werden wir ueberholt und jemand winkt aus dem Auto mit einem Teeglas. Wir bleiben also stehen und werden von einem Ehepaar aus Teheran zum Tee aus einer Thermoskanne auf einem Autobahnparkplatz eingeladen. Die beiden sind ebenso nach Yazd als Touristen unterwegs.

Heute haben wir die wesentlichen Sehenswuerdigkeiten in Yazd besichtigt. Yazd hat eine sehr schoene gut erhaltene Altstadt. Die Temperaturen hier sind deutlich heisser als in Esfahan oder weiter im iranischen Norden, wobei es mittlerweile angenehmer sein duerfte als im Hochsommer. Zu Mittag oder am fruehen Nachmittag bleibt man hier aber trotzdem besser im Schatten.