Silvester haben wir gut ueberstanden, nicht unbedingt ein Grossereignis in Goa. Wir feiern am Agonda Beach und fahren danach nach Palolem zu einer Silvesterparty, die allerdings schon um 4 Uhr frueh endet. Die Regierung will in Goa andere Touristen, statt Hippies und jungen Backpackern setzt man auf gehobeneren Massentourismus und deshalb werden Parties und Feiern nach und nach immer mehr eingeschraenkt. Wer sie sucht, findet sie allenfalls noch in Anjuna und Vagator im Norden Goas, allerdings ist es auch dort sonst nicht so ruhig und angenehm wie im Sueden. Schoene Straende werden nach und nach mit Hotels zugebaut und statt gemuetlichem Badestrand findet man an vielen Orten schon Plaetze, in denen die Touristen wie Sardinen an die Straende geschlichtet werden. Widerstand gibts dagegen aber auch, gegen ein grosses Hotelprojekt am Nordende des Agonda Beach haben die Einheimischen erfolgreich Widerstand geleistet und so bleibt Agonda noch ein angenehm ruhiger Badeort. Auch anderswo findet man noch schoene tropische Straende, mit dem Motorroller fahren wir in die Umgebung und finden noch voellig unverbaute menschenleere Straende.
Letzten Freitag machen wir einen Ausflug in die Stadt Hampi in Karnataka. Da wir uns kurzfristig entschieden haben und keine Zugtickets mehr erhaeltlich sind leisten wir uns ein Taxi nach Hampi. Der Taxifahrer war nach eigenen Angaben schon "very often" in Hampi und kennt angeblich den Weg - nach ein paar Stunden Fahrt stellen wir fest: spaetestens als wir Goa verlassen, hat der Fahrer keine Ahnung wo es hingeht, ja offenbar ist er ueberhaupt das erste Mal da.
Also muss er nach dem Weg fragen und sowas ist in Indien eine ganz eigene Sache. Niemand wuerde hier zugeben einen Weg nicht zu kennen und Dinge, die jedem Nichtinder merkwuerdig vorkommen wuerden, kommen Indern nicht merkwuerdig vor - daher ist die Sache mit dem Weg nicht so einfach. Das spielt sich ungefaehr so ab:
Wir stehen an einer Kreuzung, wo man links und rechts abbiegen kann
Fahrer: Hampi?
Einheimischer1 schaut fragend
Fahrer: Hampi?
Einheimischer1 schaut fragend
Fahrer: Hampi Hampi?
Einheimischer1 (ueberlegt und dann): Aaaaah! Hampi Hampi!
Fahrer (nickt): Hampi Hampi!
Einheimischer1: Hampi Hampi! wackelt mit dem Kopf, laechelt und erweckt zunaechst den Eindruck, er kenne sich aus, allerdings zeigt die Mimik, dass er jetzt nachzudenken beginnt.
Drei weitere Einheimische kommen hinzu und stecken ebenso ihre Koepfe durch die Beifahrertuer. Es erfolgt eine Diskussion unter den Einheimischen und dann zwischen den Einheimischen und dem Fahrer.
Einheimischer1 und 2: Hampi Hampi! und deuten nach links
Einheimischer3: Hampi Hampi! und deutet nach rechts
Einheimischer4: Hampi Hampi! und macht mit der Hand eine Drehbewegung
Alle vier Einheimischen wackeln mit dem Kopf, laecheln und verabschieden sich.
Der Fahrer zu mir: We have to go left - und biegt rechts ab
...schlussendlich kommen wir so ueber diverse Feldwege mit vier Stunden Verspaetung in Hampi an und ueberschwemmen dort dank indisch konstruierter Badezimmerinstallation beim Zaehneputzen fast das Zimmer.
Auch wenn das jetzt etwas uebertrieben ist, ich bin froh, dass nicht nur Carina und ich wenn wir mit dem Auto fahren, sondern auch Inder solche Wegbeschreibungen kriegen, wenn sie irgendwo mal nach dem Weg fragen.
Hampi ist eine wunderbare Stadt, eine 700 Jahre alte heilige Ruinenstadt mit sagenhaften mehr als 400 Tempeln - dazu hat die Natur der Stadt eine wunderbare Umgebung geschenkt, siehe http://www.hampi.in/history-and-myths.htm . Drei Tage lang besichtigen wir die Stadt, geniessen das Flair und die schoene Umgebung. Von gestern auf heute gings mit dem Zug zurueck, ich bin wieder in Agonda Beach/Goa.
Samstag, 9. Januar 2010
Montag, 28. Dezember 2009
Weihnachten
Weihnachten habe ich gut verbracht. In der Frueh sind wir in die Kirche in Agonda gegangen und am Abend nach Palolem zur Christmas Party - ohne Headphones. Das wars dann aber auch, so weihnachtlich wie bei uns ist es selbst im katholisch gepraegten Goa nicht.
Sonst mache ich derzeit nicht viel, essen, baden und ein bisschen mit dem Mofa herumfahren. Jedenfalls sind wir hier nicht die einzigen Overlander in Agonda, einige deutsche Reisende, ein Hollaender, eine slowenische Familie und ein Oesterreicher sind auch mit dem Auto da. Alles trifft sich in Goa
Sonst mache ich derzeit nicht viel, essen, baden und ein bisschen mit dem Mofa herumfahren. Jedenfalls sind wir hier nicht die einzigen Overlander in Agonda, einige deutsche Reisende, ein Hollaender, eine slowenische Familie und ein Oesterreicher sind auch mit dem Auto da. Alles trifft sich in Goa
Dienstag, 22. Dezember 2009
Vorweihnachtszeit
Goa richtet sich auf Weihnachten ein, immerhin sind 35% der Bevoelkerung Goas Christen. Man merkt auch, dass die Weihnachtsferien in Europa angefangen haben, die Ressorts werden langsam voll. Statt den paar Rucksackreisenden dominieren jetzt "normale" Touristen hier die Szene. Fuer uns das erste Mal seit der Zeit in der Tuerkei.
Carina ist in der Zwischenzeit ueber Weihnachten nach Hause geflogen. Ich mache Urlaub, gehe baden, essen, trinken und schau mir die Umgebung an. Ja und dann war ich noch das erste Mal auf einer Headphone Party in Palolem - statt lauter lauter Musik aus Lautsprechern, hoeren alle lauter laute Musik aus Kopfhoerern. Witzig, vor allem wenn man das ganze von aussen beobachtet - ein Haufen Menschen mit Kopfhoerern macht komische Bewegungen und eigentlich ist alles ruhig ;-)
Carina ist in der Zwischenzeit ueber Weihnachten nach Hause geflogen. Ich mache Urlaub, gehe baden, essen, trinken und schau mir die Umgebung an. Ja und dann war ich noch das erste Mal auf einer Headphone Party in Palolem - statt lauter lauter Musik aus Lautsprechern, hoeren alle lauter laute Musik aus Kopfhoerern. Witzig, vor allem wenn man das ganze von aussen beobachtet - ein Haufen Menschen mit Kopfhoerern macht komische Bewegungen und eigentlich ist alles ruhig ;-)
Dienstag, 15. Dezember 2009
Urlaub

Essen. Die letzten Tage und auch die naechsten Tage verbringen wir hier am Meer. Martina ist gestern wieder nach Hause geflogen und nach einem kurzen Ausflug nach Morjim sind wir heute wieder in Agonda gelandet. Apropos Essen: die indische Kueche in Indien darf man sich nicht so einfach vorstellen, wie die Kueche der indischen Restaurants in Europa, wo sich nur einige Standartgerichte etabliert haben, die aus allen Teilen Indiens (inkl. Pakistan und Bangladesh), hauptsaechlich aber aus dem Punjab kommen. So vielfaeltig wie der Subkontinent ist, so vielfaeltig ist auch das Essen. Es gibt zwar viele ueberregionale Gemeinsamkeiten und sein Dal kriegt man ueberall zwischen Karimabad und Trivandrum, aber die Schwerpunkte sind doch unterschiedlich. Je weiter noerdlich man geht, desto mehr Fleischgerichte stehen auf der Speisekarte, je weiter suedlich desto mehr vegetarische Gerichte gibt es. Im Norden ist das essen weniger gewuerzt, im Sueden staerker. Weiters essen Moslems eher mehr Fleisch als Hindus, Moslems aber kein Schweinefleisch, Hindus kein Rindfleisch. Eines muss man den Indern jedenfalls lassen: es gibt wohl nirgendwo anders so viele gute fleischlose Gerichte.
In Goa ist die Sache noch etwas anders, denn hier kommt zur suedindischen Kueche die portugiesische und diese Mischung haelt was sie verspricht! Die Schrimps mit Curryreis waren jedenfalls sehr gut, vor einigen Tagen habe ich mir auch mal einen Langustino in einer lokalen Variante gegoennt, der war echt gut.
Donnerstag, 10. Dezember 2009
Agonda
Gestern bin ich aufgebrochen in Richtung Suedgoa. In Margao habe ich Carina und Martina, die fuer zwei Wochen auf Urlaub nach Indien gekommen ist, abgeholt, gemeinsam sind wir dann nach Agonda gefahren.
So und nun wieder ein paar Fotos:
was ueberladen ist und was nicht wird in verschiedenen laendern unterschiedlich gesehen...
unser Uebernachtungsplatz zwischen Amritsar und Delhi
der ganz normale indische Wahnsinn - Wartesaal an der New Delhi Train Station
Orcha und die Maya School:







Goa:





So und nun wieder ein paar Fotos:
was ueberladen ist und was nicht wird in verschiedenen laendern unterschiedlich gesehen...
unser Uebernachtungsplatz zwischen Amritsar und Delhi
der ganz normale indische Wahnsinn - Wartesaal an der New Delhi Train StationOrcha und die Maya School:







Goa:





Montag, 7. Dezember 2009
Bem-Vindo a Goa
Angekommen in Goa, am Strand von Morjim, nach zwei weiteren Tagen Fahrt. Goa ist sozusagen ein Ziel, wir sind jetzt ungefaehr 18000km gefahren, haben vor Indien 13 Laender befahren und sind nun weit im indischen Sueden im indischen Urlauberparadies Goa. Goa ist wirklich anders, hier ist die Bevoelkerung nicht so dicht, es wirkt alles viel geordneter, aber auch alles viel teurer (ausser Alkohol) und man hat das Gefuehl in einem katholischen Land zu sein, obwohl die Mehrheit eigentlich hier auch Hindus sind. So viele Kirchen, Kapellen und Marterl auf einem Haufen habe ich jedenfalls noch nirgendwo gesehen, alle in weisser Farbe, die Architektur wirkt hier ganz portugiesisch. Als ich heute durch ein Dorf gefahren bin, habe ich ploetzlich statt der sonst allgegenwaertigen hinduistischen Mantras Kirchenglockengelaeute gehoert. Den ersten Tag bleibe ich im Norden, in Morjim. Ein feiner flacher Sandstrand umrandet von Palmenwaeldern - ein richtiges Postkartenklischee. Der Strand ist sogar von Muell befreit, generell wird hier offenbar der Muell weitgehend weggeraeumt (genauer gesagt versteckt, man findet ihn schon irgendwo hinter irgendwelchen Mauern, man faellt aber nicht ueber Muellberge, wenn man einfach durch die Stadt geht. Plastikflaschen sind u.a. ein Riesenproblem in Indien - dass es jetzt statt Glasflaschen Plastikflaschen gibt, ist eine der grossartigen Errungenschaften der Marktliberalisierung).
Samstag, 5. Dezember 2009
ein bisschen Portugal in den Tropen - Daman
Zwischenstop in Daman Tag Fahrt in einer Affenhitze, richtig schwuel und heiss war es heute den ganzen Tag. Man merkt, ich bin zwischenzeitig nicht mehr nur in den Subtropen, sondern in den Tropen. Schwer vorzustellen, dass wir vor gar nicht allzu langer Zeit am Pamir Highway bei -13 Grad gefroren haben. Irgendwie ist das ja manchmal witzig, wenn man hier von Einheimischen gefragt wird, ob wir in Oesterreich 4 Jahreszeiten haben, aber hier gibts halt nur 2 und weil gerade kein Monsun ist, ist Sommer. Es aendert sich manches wenn man vom subtropischen Nordindien hier in Richtung Sueden faehrt. Die Vegetation entlang der Strassen ist ueppig gruen, viele Palmen, Urwaelder. Es hat direkt ein bisschen was Klischeehaftes, wenn man in der heissen Landschaft zwischen sattem und ueppigem Gruen dann ploetzlich Menschen mit dunkler Hautfarbe trifft (die vielleicht auch noch Bananen verkaufen). Ich muss aber sagen, sobald ich aus Udaipur rausgefahren bin, waren die Leute wieder normal - alle Gauner und Betrueger scheinen sich in den Touristenstaedten zu sammeln, ausserhalb trifft man echte Gastfreundschaft. Ausserdem, je weiter man in Richtung Sueden faehrt, desto freundlicher werden die Menschen.
Nach zwei Tagen in Champaner mit einem Hindu-Tempel auf einem Berg und archaeologischer Staette im Tal, bin ich heute weiter in Richtung Sueden bis Daman gefahren, das erste Mal stehe ich am indischen Ozean, an der Arabischen See. Gross ist die Stadt nicht und mein erster Rundgang fuehrt mich zum Hafen und zum Stadtstrand mit schoenem feinen schwarzen Sand und Bergen von Muell (mittlerweile ist das ja Gewohnheitssache, an den Badestraenden weiter suedlich wird ja dann anscheinend alles aufgeraeumt, darauf freue ich mich schon).
Daman ist aber noch eine Besonderheit - Daman gehoert zum Gebiet Daman und Diu, die Union-Territiories Daman und Diu sowie der Bundesstaat Goa gehoerten nicht zu Britisch-Indien, sondern zu Portugal und wurden erst nach 1947 von Portugal an Indien uebergeben. Bis heute gelten einige Besonderheiten, zum Beispiel gelten hier nicht die gleichen britisch gepraegten Alkoholvorschriften, wie sonst in Indien. Hier wird ganz normal Alkohol ausgeschenkt und nicht nur in "licensed" Restaurants und speziellen Geschaeften, hier gibts auch nicht die ebenso typisch britischen hohen Alkoholabgaben. Deshalb darf man Alkohol hier nicht so einfach ausfuehren und witzigerweise wird man an der Stadtgrenze Damans vom indischen Zoll begruesst, der eigentlich hauptsaechlich dafuer zustaendig ist, die ungenehmigte Ausfuhr von Alkohol aus Daman zu verhindern. Hinter dem Kontrollposten siehts eigentlich wieder ganz normal indisch aus, zumindest auf den ersten Blick. Es ist das gleiche Chaos und die Geschaeftsaufschriften sind zwischenzeitig alle auf Hindi oder Englisch. Trotzdem ist hier manches anders. Am auffaelligsten sind die zahlreichen Geschaefte mit Alkoholverkauf - irgendwie siehts hier im Basar aus wie in einem Duty Free Shop am Flughafen. Viele Strassen haben portugiesische Namen, es gibt alte vergilbte Aufschriften in portugiesisch oder alte eingravierte Strassenschilder, wie man sie aus Portugal kennt, wo statt "Street" "rua" steht oder an den katholischen Kirchen. Also manches ist anders hier, ein Vorgeschmack auf Goa.
Nach zwei Tagen in Champaner mit einem Hindu-Tempel auf einem Berg und archaeologischer Staette im Tal, bin ich heute weiter in Richtung Sueden bis Daman gefahren, das erste Mal stehe ich am indischen Ozean, an der Arabischen See. Gross ist die Stadt nicht und mein erster Rundgang fuehrt mich zum Hafen und zum Stadtstrand mit schoenem feinen schwarzen Sand und Bergen von Muell (mittlerweile ist das ja Gewohnheitssache, an den Badestraenden weiter suedlich wird ja dann anscheinend alles aufgeraeumt, darauf freue ich mich schon).
Daman ist aber noch eine Besonderheit - Daman gehoert zum Gebiet Daman und Diu, die Union-Territiories Daman und Diu sowie der Bundesstaat Goa gehoerten nicht zu Britisch-Indien, sondern zu Portugal und wurden erst nach 1947 von Portugal an Indien uebergeben. Bis heute gelten einige Besonderheiten, zum Beispiel gelten hier nicht die gleichen britisch gepraegten Alkoholvorschriften, wie sonst in Indien. Hier wird ganz normal Alkohol ausgeschenkt und nicht nur in "licensed" Restaurants und speziellen Geschaeften, hier gibts auch nicht die ebenso typisch britischen hohen Alkoholabgaben. Deshalb darf man Alkohol hier nicht so einfach ausfuehren und witzigerweise wird man an der Stadtgrenze Damans vom indischen Zoll begruesst, der eigentlich hauptsaechlich dafuer zustaendig ist, die ungenehmigte Ausfuhr von Alkohol aus Daman zu verhindern. Hinter dem Kontrollposten siehts eigentlich wieder ganz normal indisch aus, zumindest auf den ersten Blick. Es ist das gleiche Chaos und die Geschaeftsaufschriften sind zwischenzeitig alle auf Hindi oder Englisch. Trotzdem ist hier manches anders. Am auffaelligsten sind die zahlreichen Geschaefte mit Alkoholverkauf - irgendwie siehts hier im Basar aus wie in einem Duty Free Shop am Flughafen. Viele Strassen haben portugiesische Namen, es gibt alte vergilbte Aufschriften in portugiesisch oder alte eingravierte Strassenschilder, wie man sie aus Portugal kennt, wo statt "Street" "rua" steht oder an den katholischen Kirchen. Also manches ist anders hier, ein Vorgeschmack auf Goa.
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